„Chil-su and Man-su“ gilt als eines der Werke, die die koreanische New Wave einläuteten, und geht schon beim sozialen Hintergrund seiner Hauptfiguren in die Tiefe. Chil-su (Park Joong-hoon), der zwischen dreister Zutraulichkeit und lässigem Gehabe schwankt und ständig lügt, ist in der Garnisonssiedlung Dongducheon aufgewachsen. Man-su (Ahn Sung-ki), der Kino- und Werbetafeln malt, hat dagegen als Sohn eines Gefangenen, der seiner politischen Überzeugung nicht abgeschworen hat, sein Leben lang den Kopf eingezogen. Während Chil-su die vergebliche Hoffnung auf eine Einladung seiner in den USA lebenden Schwester hegte, begegnet Man-su allem mit Selbstverachtung, erwartet nichts vom Leben und konzentriert sich allein aufs Geldverdienen. Während Chil-su, der bei jedem Wort aufschneidet, dem Film Leben einhaucht, steht Man-su mit seinen durchweg zynischen und resignierten Dialogen für den verzweifelten kleinen Mann. Ahn Sung-ki hat über die Epochen hinweg Figuren ein Gesicht gegeben, die an Kapital, Diktatur und Klassendiskriminierung scheitern. In seinem scheinbar ausdruckslosen Gesicht, das durch den Blick und feine Falten behutsam Selbstaufgabe, Resignation und Pessimismus vermittelt, liegt die Traurigkeit der armen kleinen Leute der 1980er-Jahre.