Während die Ehe seiner Eltern allmählich ins Wanken gerät und schließlich in einer Scheidung endet, wird der Oberschüler Takeshi zunehmend davon besessen, nach einem rätselhaften „Feuerball“ zu suchen, von dem ihm ein Freund aus Kindertagen erzählt hat. Während er sich in die Suche nach dem Feuerball vertieft, um den stillen Konflikten zu Hause zu entgehen, sorgt Takeshi ungewollt dafür, dass sein jüngerer Bruder die emotionale Last der Familie allein trägt. Trotz seiner erst vierundzwanzig Jahre beweist Regisseur Yaza Takenoshin mit einer erstaunlich reifen Inszenierung und einer präzisen Bildgestaltung sein Können. Auch die erstickende Spannung, die im Haus liegt, fängt er gekonnt ein und erinnert dabei an Kiyoshi Kurosawas „Tokyo Sonata“. In sauberen, lückenlos geordneten Räumen erfasst er scharfsinnig jene Momente, in denen die unter der Oberfläche des friedlichen Alltags unterdrückten Gefühle hervorbrechen und Risse zwischen Menschen entstehen. Der Feuerball, nach dem Takeshi sucht, gleicht weniger Wärme als einem Licht, das in kalter Isolation kurz aufblitzt. Doch das herausragende Gespür für den Umgang mit Raum und die eindrucksvolle Schlussszene kündigen einen Nachwuchsregisseur an, den es künftig im Auge zu behalten gilt.