Die fünfzehnjährige Bua mit ihrem außergewöhnlichen Aussehen lebt auf dem Land bei ihrer Großmutter (Sawanee Utoomma), die eine Holzkohlefabrik betreibt. Weil sie nach Bangkok fahren möchte, um ihre Mutter zu suchen, nimmt sie hinter dem Rücken ihrer Großmutter Unterricht für Schönheitswettbewerbe. Während sich der Gesundheitszustand der Großmutter verschlechtert und die Welt unruhig ist, versuchen die Männer in Buas Umfeld umso mehr, ihre Unschuld und Verzweiflung auszunutzen, je schöner sie heranwächst. „Bua“, das Langfilmdebüt der beiden Regisseurinnen Inthira Charoenpura und Phensiri Klangsurin, ist der Name der Protagonistin und bedeutet Lotusblume. Der Film zeigt als Hintergrund das Thailand der 1970er-Jahre, in dem verbreitete Rassendiskriminierung und heftige Studentenbewegungen nebeneinander existierten, doch das Déjà-vu, das Zeit und Ort überschreitet, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Letztlich wird die künftige Generation den Turm der Trauer, den die Gier der heuchlerischen älteren Generation errichtet hat, zweifellos mit einem Tritt zum Einsturz bringen. Wie die Lotusblume, die im Boden wurzelt, in dem organische Stoffe verrotten, und doch reine, schöne Blüten hervorbringt.