Dies ist Démoustiers neuer Film, der in die Sektion Un Certain Regard der Filmfestspiele von Cannes eingeladen wurde. Die Grande Arche ist eine Sehenswürdigkeit in Paris, und Otto von Spreckelsen ist der Architekt, der sie entworfen hat. Dass der Bau des 110 Meter hohen, gewaltigen Bauwerks politische und wirtschaftliche Fragen aufwarf, ist allgemein bekannt; auf den ersten Blick scheint der Film auf diese Gesprächsthemen zurückzublicken. Démoustier, der häufig kontroverse Ereignisse oder Persönlichkeiten verfilmt, holt dabei stets den unter dem Skandal begrabenen Menschen hervor. Der Architekt, der wie ein bescheidener Mann vom Land wirkt und dessen berufliche Erfahrung hauptsächlich darin bestand, Studenten zu unterrichten sowie sein eigenes Haus und Kirchengebäude zu bauen, passte vielleicht nicht zu einem solch glanzvollen Staatsprojekt. Ein Mensch, der die menschliche Hand mehr schätzte als Computer und Wert auf Vertrauen und Prinzipien legte. Der Regisseur, dessen Stil ohne kleine Kunstgriffe und Effekthascherei auskommt, dürfte die Ausstrahlung eines solchen Menschen besser als jeder andere wahrgenommen haben: Von dieser Figur, die durch ihren Eigensinn altmodisch wirkt, geht eine heute seltene Menschlichkeit aus.