Seorim (Kang Hae-rim), die in der Krankenhausverwaltung arbeitet, steckt finanziell in der Klemme. Sie kann nicht einmal ihre Versicherungsbeiträge bezahlen, hat sich zudem auf Kredithaie eingelassen und wird von ihnen verfolgt. Selbst ihr Freund, mit dem sie zusammenlebte, hat sie betrogen und ist ausgezogen, und sie hat niemanden, auf den sie sich stützen kann. Zu allem Überfluss begegnet Seorim zufällig Sumi (Bae Gang-hee), die in den Tod ihrer jüngeren Zwillingsschwester Heerim (Kang Hae-rim) verwickelt ist. „Be My Baby“ beginnt allmählich, sein wahres Gesicht zu zeigen. Zunächst scheint der Film dem entbehrungsreichen Alltag einer Frau in einer ausweglosen Lage zu folgen, dann bringt er die Spannung eines Rachedramas ins Spiel und nähert sich schließlich der erschreckenden Realität von Menschen, die vollkommen allein enden, aber keinesfalls allein leben können. „Be My Baby“ ist eine als Kriminalfilm getarnte erbarmungslose Überlebensgeschichte. Die traurige Überlebensgeschichte dieser Menschen, die schutzlos einer beängstigend schwer auf ihnen lastenden Niedergeschlagenheit und Einsamkeit ausgesetzt sind, nimmt eine schwüle Atmosphäre in sich auf und infiziert damit die Leinwand. Ein beklemmendes und interessantes Langfilmdebüt von Regisseur Yoo Jong-seok, der mit den Kurzfilmen „Aquamarine“ (2019) und „Light It Up at 2 AM“ (2022) große Aufmerksamkeit erregte.