Opfer und Überlebende sexueller Gewalt in der Kunstwelt sowie Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren, bündeln ihre Kräfte und gründen das Team „Sangyeoja’s Grounding Tactics“, das Überlebende sexueller Gewalt bei ihrer Genesung unterstützt. Ihre durch Kunst vermittelte Praxis der Genesung ist eine Lebensweise, mit der sie sich ihren Körper und ihre Sinne zurückerobern, und zugleich politisches Handeln. Regisseurin Ma Minji, die mit ihrem Langfilmdebüt „Family in the Bubble“ (2017) die Kehrseite des Immobilienmythos dokumentierte, hält in diesem Werk den Gründungsprozess des Teams, Solidarität und Diskussionen sowie Momente der Heilung und des Scheiterns fest. Die Regisseurin, selbst eine Überlebende, beteiligt sich mit der Kamera in der Hand als Teammitglied direkt an Planung und Organisation und wählt damit die Form eines „performativen Dokumentarfilms“, in der Dokumentieren und Mitwirken ineinandergreifen. Der Film verschränkt die Aktivitäten und das Innenleben der Teammitglieder und zeigt, wie sie darum kämpfen, die Möglichkeiten des Lebens zurückzugewinnen. Auf diesem Weg erinnert er daran, dass das Ziel des Lebens nach einem Trauma nicht bloßes Überleben ist, sondern die Wiedergewinnung verlorener Möglichkeiten, und bringt das Publikum dazu, den Geschichten zuzuhören, die auch nach dem Schmerz weitergehen.