Coming-of-Age/JugendFrauenNatur/Umwelt/Tiere und Pflanzen
„Mit zwanzig gibt es außer Sex noch vieles, worauf man neugierig ist.“ Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kamen mit dieser ungewöhnlichen Erklärung auf einem Plakat Zwanzigjährige zu uns, wie man sie in der Geschichte des koreanischen Kinos noch nie gesehen hatte. Fünf ehemalige Mitschülerinnen, die in Incheon eine kaufmännische Oberschule abgeschlossen haben, gehen nicht an die Universität, sondern machen gerade ihre ersten Schritte in die Gesellschaft und suchen jeweils ihren eigenen Weg. Der Film setzt sich mit den Vorurteilen einer auf Bildungsabschlüsse fixierten Gesellschaft, ärmlichen Lebensverhältnissen und einem stagnierenden Alltag auseinander und widmet zugleich der Lebendigkeit der Beziehungen und den Gefühlsregungen, die ihre Gegenwart ausmachen, sorgfältige Aufmerksamkeit. Vor allem ist das Gespür des Films, der die besondere Geschichtlichkeit und Atmosphäre von „Incheon“ in einem Abschnitt der Jugend wieder aufleben lässt und die Wirklichkeit betrachtet, ohne die Träumerei aufzugeben, unübertrefflich. Die Fluidität von Zeit und Raum, in denen Hafen und Flughafen nebeneinander bestehen, und die Landschaften, die eine verfallene Vergangenheit und eine unbekannte Zukunft in sich tragen, stehen in feiner Resonanz mit dem Innenleben der Figuren. Dies ist das Langfilmdebüt der Regisseurin Jeong Jae-eun.