Während Lim Soon-ryes Debüt „Three Friends“ (1996) den Prozess des Erwachsenwerdens von Jungen lebendig und unaufgeregt zeigte, betrachtet ihr zweiter Film „Waikiki Brothers“ den Niedergang von Männern am Ende ihrer Jugend mit einem wehmütigen und mitfühlenden Blick. Nachdem Seongwoo als Musiker in Nachtclubs durch die Kleinstädte des Landes gezogen ist, kehrt er zum ersten Mal seit seinem Oberschulabschluss in seine Heimatstadt zurück, spielt im Waikiki-Hotel und trifft die Freunde, mit denen er als Jugendlicher in einer Band war, seinen Lehrer aus der Gitarrenschule und seine erste Liebe Inhee. „Waikiki Brothers“ ist ein schmerzliches Lied über Dinge, die verschwunden sind oder verschwinden werden, und ein eindringliches Lied über Menschen, die in einem einsamen, mühevollen Leben einen Ort suchen, an dem ihr Herz kurz verweilen kann. Vor allem ist es ein Film, dem die Spuren der Landschaften und Menschen, die nach und nach von Seongwoos Seite verschwinden, tief eingeschrieben sind. Auch die strahlende Jugend, die am Meer entlangrast, ist ein schönes Leben, doch ebenso schön ist ein Leben, in dem man einen harten Tag mit Singen, Musizieren, Tanzen und Trinken im Nachtclub beschließt. Vor allem berührt Lim Soon-ryes Haltung, mit der sie die Würde beobachtet, die ihre Figuren bis zuletzt bewahren, welchen Beleidigungen und Demütigungen sie auch ausgesetzt sind. Die bewegende Wirkung der letzten Szene wird sich mit der Zeit immer tiefer einprägen, und auch die Gesichter von Lee Eol, Park Won-sang, Hwang Jung-min und Oh Ji-hye werden für immer strahlen.