Der Kern eines kurzen Animationsfilms ist meist die Eröffnungssequenz. Da ihre Intensität darüber entscheidet, ob das Interesse des Publikums geweckt wird, ist „Kakurenbo: Hide and Seek“ ein überwältigendes Vergnügen. Gebäude ragen in den Himmel, als kennten sie keine Grenze. Das Bild zeigt ihre Spitzen und bewegt sich dann scheinbar endlos hinab, hinab, bis schließlich unter die Erde. Eine derart lang gezogene Bewegung gehört zum ureigenen Bereich der Animation, den der Realfilm nur schwer erreichen kann. An diesem überaus tief gelegenen, feuchten Ort wird eine urbane Schauergeschichte namens „Otokoyos Spiel“ mündlich überliefert. Durch ein Versteckspiel in den unheimlichen, labyrinthartigen unterirdischen Gassen könne man Geistern begegnen. Allerdings sollen die Kinder, die sich in das Spiel vertiefen, irgendwohin verschwinden. Nun betreten acht Kinder mit jeweils unterschiedlichen Absichten die Gassen. Schreckliche Oni erscheinen vor ihnen, und die Wucht der Action nimmt zu. „Kakurenbo: Hide and Seek“ ist ein 24-minütiger animierter Kurzfilm, der 2004 vorgestellt wurde und Kultstatus erlangte. Die bildnerische Gestaltung durch die damals seltene vollständige 3D-Animation und das Cartoon-Rendering ist mit den Jahren noch kostbarer geworden. Wer sich einmal auf dieses Versteckspiel einlässt, wird die 24 Minuten wie im Bann vergehen sehen.