Da ist ein Mann, der in den Lebensabend eingetreten ist. Er ordnet sein bisheriges Leben, versöhnt sich mit der Vergangenheit und macht den ersten Schritt auf seine Kinder zu, von denen er sich entfremdet hat. Dieses klassische Thema entfaltet sich umso komplexer, als dieser Mann der italienische Präsident ist. Wird er sich wie immer für die Wahrung des Status quo entscheiden oder kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt schwerwiegende Entscheidungen sowohl für sein Privatleben als auch für sein politisches Schicksal treffen? Regisseur Paolo Sorrentino, der erneut mit Toni Servillo in der Rolle des Präsidenten zusammenarbeitet, greift die scharfe, satirische Machtkritik wieder auf, die er in „Il Divo - Der Göttliche“ (2008) gezeigt hat. Zwischen Ehrgeiz und Respekt vor den Institutionen sind auch Machthaber letztlich nur Wesen, die mit Zweifeln und Ängsten sowie dem menschlichen Leid des Alterns und der Krankheit konfrontiert sind. Das tiefgründige, zwischen Komödie und Tragödie wechselnde Spiel des legendären Schauspielers Toni Servillo, Sorrentinos charakteristische barocke Mise-en-Scène und die prachtvolle Ornamentik eines italienischen Palastes verbinden sich zu einem Film, der einer Oper gleicht.