Die zwölfjährige Malika lebt glücklich und frei mit ihrer geschiedenen Mutter, bis eines Tages ihr Vater hereinstürmt, nachdem er von der Liebesbeziehung der Mutter erfahren hat. Von ihm erhält sie eine Nachricht, die sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft: Wenn ihre Mutter wieder heiratet, wird das Sorgerecht für Malika auf ihren Vater übergehen. Um den Sommer mit ihrer Mutter zu verbringen, fährt Malika zum Haus ihrer Großmutter auf dem Land und verbringt dort eine glückliche, vergnügte Zeit inmitten ihrer Großfamilie und der Natur. Doch als die Wiederheirat ihrer Mutter Wirklichkeit wird, wächst auch Malikas Angst. Für Malikas Familie, die zur inguschischen Minderheit in Kasachstan gehört und konservativ muslimisch ist, hängen die Wiederheirat von Frauen und Fragen des Sorgerechts ganz vom Willen der Männer ab. Die existenzielle Angst der in die Pubertät kommenden Malika berührt sich auch mit dem Gefühl der Ohnmacht ihrer Mutter, die selbstbestimmt und frei erscheint, letztlich aber nicht selbst über ihr Schicksal entscheiden kann. Regisseurin Natalia Uvarova hat Malikas Geschichte von Leid und Heranwachsen durch eine schöne Bildgestaltung geschickt entfaltet.