Die junge Pianistin Laura wird nach einem Verkehrsunfall von einer fremden Frau namens Betty gerettet und bleibt anschließend in deren Landhaus. Anders als Betty mit ihrer herzlichen Gastfreundschaft begegnen ihr deren Mann und Sohn nicht nur kühl, sondern fast feindselig. An diesem Ort, an dem eine subtile Spannung herrscht, beginnt Laura zu vermuten, dass sie sich mitten in einem Geheimnis befindet. Wessen Schatten ist Laura wohl, wie der Titel andeutet? Christian Petzold erzählt in „Miroirs No. 3“ in einer geheimnisvollen, traumartigen Atmosphäre von Figuren, die sich selbst ein falsches Leben erschaffen, um Trauer und Einsamkeit zu vergessen. Die knappe, präzise Inszenierung, die eng bei den Schauspielern bleibt, führt den Film so fesselnd wie einen spannungsgeladenen Thriller. Paula Beer als Laura und Barbara Auer als Betty zeigen ein bewegendes Zusammenspiel und verstärken die kühle Stimmung des Werks. Wie Claude Chabrol verwandelt Christian Petzold ein friedlich wirkendes deutsches Dorf in einen Raum voller Unruhe und Zweifel und hebt den gewöhnlichen Alltag an die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit.