Der unter Schlaflosigkeit leidende Mojtaba ist Mitarbeiter eines Archivs und ein frommer Gläubiger, der bei religiösen Versammlungen die Lobgesänge anführt. Eine geheimnisvolle Frau, die eines Tages in seinen Träumen aufzutauchen beginnt, bringt Risse in seinen unbefriedigenden Alltag. Seine Frau in der Wirklichkeit nörgelt endlos an seiner Gesundheit und seinen Lebensgewohnheiten herum und zeigt ausgerechnet an seinem größten Wunsch, ein Kind zu bekommen, kein Interesse. Die Frau im Traum hingegen bemüht sich aktiv, ihn für sich zu gewinnen, und streckt ihm unwiderstehlich verlockend die Hand entgegen. Mani Moghaddams Debütfilm „Slumber“ schildert die Krise eines Mannes mittleren Alters, der sich in einer Gesellschaft, die ein hoffnungsloses kollektives Trauma durchlebt, für die Flucht aus der Wirklichkeit entschieden hat (oder dazu gedrängt wurde). Bei dieser Flucht, in der die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit allmählich verloren geht, lässt sich schließlich nicht einmal mehr unterscheiden, ob sie ein Versinken im Selbstmitleid oder der letzte Abwehrmechanismus ist, um das Ich vor dem Zusammenbruch zu bewahren.