1904 entsandte der Zionistenkongress eine Expedition auf das ugandische Hochland, um die Möglichkeit zu prüfen, dort eine jüdische Heimstätte zu errichten. Die britische Kolonialregierung, die das Vorhaben insgeheim unterstützte, beschrieb Ostafrika als „leeres“, „karges“ Land, als eine Leinwand, die darauf wartete, vom Empire gefüllt zu werden. Ein jüdischer Landvermesser namens Wilbusch begann, Ugandas Böden, Klima und Lebensformen zu kartieren, während die Zionisten den Ort bereits als „neues gelobtes Land“ bezeichneten. Bis heute wissen wir nicht, was damals tatsächlich geschah und Wilbusch dazu brachte, zu schwören, nie wieder auf jenen Berg zurückzukehren.
Ausgehend von Aufnahmen einer heutigen Drehortsuche und dem E-Mail-Austausch mit dem ugandischen Serviceproduzenten untersucht das Werk den logischen Zusammenhang zwischen Filmschaffen und imperialen Mächten – beide erfinden Geschichten und projizieren sie auf das Land. „勘景“ reflektiert den Film selbst sowie die verwickelten Beziehungen zwischen Film, Land und kolonialen Ambitionen.