„Trains“ ist ein Werk der Kategorie „Found Footage“, das vollständig aus Archivmaterial besteht. Dieses Gruppenporträt der Menschen im Europa des 20. Jahrhunderts zeigt ihre Hoffnungen, Wünsche, Freuden und Leiden sowie ihre Lebensschicksale.
Der Zugwaggon als besonderer Raum löst die Fahrgäste vorübergehend aus ihrem alltäglichen Kontext. Während der Reise, die wenige Stunden oder auch mehrere Tage dauern kann, beginnt für die vorübergehend entstandene Gemeinschaft ein mobiles Leben nach Fahrplan. Zugreisen sind schön und magisch, doch häufig treten dabei auch allerlei Schwierigkeiten auf. Manchmal brechen Menschen voller Hoffnung auf und glauben, dass ihr Leben nach der Ankunft am Ziel eine Wende nehmen wird; manchmal aber führt die Reise in eine hoffnungslose Zukunft.
Doch die Weltgeschichte entfaltet sich in den einzelnen Waggons stets in einem wiederkehrenden Rhythmus. Alle paar Jahre spielen sich an Bahnhöfen überall ähnliche erschreckende Szenen ab: Züge voller Männer fahren an die Front, und manche Soldaten werden keinen Zug zurück in die Heimat besteigen können. Unmittelbar darauf folgen Massenevakuierungen von Zivilisten. Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, fahren mit Kriegsgefangenen im selben Zug, siegreiche Soldaten eskortieren die Besiegten … bis wieder gewöhnliche Fahrgäste auf den Bahnsteigen erscheinen.