Wenn der Leib abtritt, verschwinden dann auch die Schmerzen, Disziplinierungen und Träume, die ihm einst anhafteten? Selbst wenn die Spuren verschwinden und die materielle Gestalt sich entzieht, bleibt die Restwärme des Schmerzes in die zurückgebliebenen alten Gegenstände eingegraben. Verborgene Unterdrückung liegt unter einer scheinbar glänzenden Oberfläche, und auch das unbekannte Unterbewusstsein und die winzigen Teilchen im Universum wirken unbemerkt jenseits dessen, was das bloße Auge erfasst. Der Körper mag verschwinden, doch die Empfindungen, die er hervorrief, sind nie vergangen. Vielleicht sind bewegte Bilder gerade eine Sichtbarmachung des „Unsichtbaren“: Die Kamera bewegt sich in der Grauzone zwischen dem Formhaften und dem Formlosen und zeichnet voller Ehrfurcht jene Spuren nach, die nicht zu sehen sind und doch wirklich existieren. Sie lässt tief vergrabenen Schmerz entdeckt und aufwallende Gefühle wahrgenommen werden und hinterlässt ein sichtbares Zeugnis für das Unsichtbare.