Coming-of-Age/JugendNach einer wahren BegebenheitFrauenMenschenrechte/Arbeit/Gesellschaft
Frederik Sølbergs erster fiktionaler Langfilm „Hana Korea“ erzählt nach einer wahren Geschichte von Hyesun (Kim Min-ha), einer Frau, die Nordkorea verlässt und in Südkorea ein neues Leben beginnt. Für Hyesun, die auf der Suche nach Freiheit die Grenze überquert hat, wird Südkorea nicht zum erträumten Ort der Befreiung, sondern zu einer Bühne, an die sie sich anpassen muss. Vom Demokratieunterricht im Hanawon bis zum eigenständigen Leben in einer Wohnung in Seoul ist alles fremd und überfordernd. Die Briefe, die Hyesun ihrer Mutter schreibt, dienen im gesamten Film als wichtiges Mittel, um ihr Innenleben offenzulegen. Sharon Choi schrieb gemeinsam mit Regisseur Sølberg das Drehbuch und behandelte die sprachlichen Nuancen mit Feingefühl. Kim Min-has leidenschaftliches Spiel reißt die Grenze zwischen Fiktion und Dokumentarfilm ein und verstärkt die Sogwirkung des Films. Anfangs sehen wir starre, strenge Bildkompositionen, als seien wir im Integrationszentrum für Zugewanderte eingeschlossen, doch je mehr Hyesun in der koreanischen Gesellschaft an Selbstvertrauen gewinnt, desto weiter wird der Bildausschnitt und desto beweglicher werden die Bilder. Durch die Reise der Protagonistin, die über China zwischen Nord- und Südkorea verläuft, zeichnet Sølberg das universelle Porträt einer Frau, die mit ihrer Vergangenheit Frieden schließen und ihr Leben leben muss. Mit „Hana Korea“ erfasst der Regisseur des Dokumentarfilms „DOEL“ (2018) die Realität nordkoreanischer Geflüchteter mit einem nüchternen Blick, ohne sie zu übertreiben oder herunterzuspielen, und gibt dem persönlichen Wachstum und der inneren Veränderung auf dem Weg zur Befreiung eine ausgewogene Gestalt.