Anfang der 1980er-Jahre reiste Barbara Hammer mit ihrer Kamera zu Filmvorführungen an verschiedensten Orten und richtete die Kamera auf das Publikum vor der Bühne. Spielerisch stellte Hammer Fragen in den Raum und hielt das Nachdenken und den Humor der Zuschauerinnen, sogar subtile Einzelheiten wie das Necken und Flirten, feinfühlig fest, sodass hier vielfältige Gefühle des Betrachtens und Betrachtetwerdens aufeinandertrafen und sich weiterentwickelten. Der Film entfaltet eine intime Atmosphäre und ist nicht nur ein kostbares historisches Dokument, sondern gleicht vielmehr einem freudvollen kollektiven Selbstporträt. Er hinterlässt ein überaus wertvolles Zeitporträt der lange übersehenen transnationalen lesbischen Gemeinschaft und bezeugt zugleich Hammers zeitlosen Einfluss als Ikone lesbischer Kultur.
Hammer sagte einmal: „Ich hoffe, dass alle für sich selbst sprechen können. Ich möchte die Vielfalt des weiblichen Publikums zeigen: Weltgewandtheit, Kompetenz, Nachdenklichkeit, aber auch einen spielerischen Geist. Ich hoffe, dass sie ihre eigenen Filme schaffen können. In einer Zeit, in der nationale Grenzen und geografischer Chauvinismus zunehmend stärker werden, sehe ich Bilder von Frauen, die Grenzen und Kulturen überschreiten und zugleich kulturellen Unterschieden eine Stimme geben.“
Ⓞ Mit freundlicher Genehmigung des Nachlasses von Barbara Hammer, New York, und Electronic Arts Intermix (EAI), New York.