Dass sie ihre Stelle aufgegeben hat und schwanger ist, ist alles, was wir über Eunju (Kim Seul-gie) wissen. Eunju, die keinerlei Willen oder Erwartungen zu haben scheint, fährt aufs Land, nachdem ihr älterer Bekannter Changho (Woo Ji-hyeon) ihr vorgeschlagen hat, einen Monat lang während der arbeitsreichen Saison in der Landwirtschaft zu jobben. Sie ordnet das nach dem Dreschen zurückgebliebene Reisstroh, versorgt Rinder, sitzt mit den rauen Männern vom Land beim Essen zusammen und führt kurze, belanglose und unangenehme Gespräche. In „BALER“ gibt es nichts, was man ein Ereignis nennen könnte. Wenn etwas geschieht, dann kommt es eher dem natürlichen Lauf der Dinge, einem natürlichen Entstehen gleich. Die Geburt eines Kalbs, das Auftauchen von Hunden und Katzen, Dunst im Morgengrauen, Abendrot, abgrundtiefe Nacht, tiefblaue Dunkelheit, Reisfelder und Äcker als täglicher Arbeitsplatz. Zwischen den Spuren von Leben und Tod und dem fügsamen Fluss der Zeit bleiben nur die müden Körper der Landarbeiter verlassen zurück. Zwischen Eunju und Changho zieht eine ferne, gefährdete Gefühlslandschaft vorüber, die sich nicht eindeutig erklären lässt. Die geduldige Arbeit der Menschen, ihre einsamen Gesten, die Stunden der Einsamkeit durchdringen die stillen Bilder wie Luft. Währenddessen ist die Natur schön und darin kalt, als ginge sie all das nichts an.