Richard Linklaters jüngstes Projekt war ein riskantes Abenteuer. Er wollte nicht nur die Entstehung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (1960) nachstellen, sondern auch die Energie und Freiheit dieses Films wieder aufleben lassen. Schwarz-Weiß-Film, Außenaufnahmen, bei denen er auf natürlichem Licht bestand, und die Besetzung der Hauptfiguren der Nouvelle Vague (Godard, Truffaut, Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo …) mit unbekannten Darstellern. Mit ihrer erstaunlichen Ähnlichkeit zu den realen Personen erschaffen sie eine so ausgefeilte Illusion, dass man sie mit der Wirklichkeit verwechseln könnte. Auf der Grundlage von Forschungen und Aufzeichnungen von Filmwissenschaftlern gestaltete der Regisseur alles so sorgfältig, dass jede Äußerung und jede Handlung der Figuren auf historischen Tatsachen beruht. Das Publikum begegnet erneut dem heiteren, charmanten und bisweilen aggressiven jungen Godard. Doch „Nouvelle Vague“ bleibt keineswegs eine bloße Vorlesung über Filmgeschichte. „Nouvelle Vague“ ist eine heitere und faszinierende Komödie darüber, wie junge, innovative Träumer, die Ende der 1950er-Jahre des langweiligen Alltags überdrüssig sind, die bestehende Filmsprache umstürzen und eine neue Welle auslösen. Linklaters letztliches Ziel ist es, ihre Leidenschaft an künftige Filmschaffende weiterzugeben. Ein Werk, das alle sehen müssen, die davon träumen, Filme zu machen.