Der Seiltanz am Ende von „Still Life“. Diese Szene erscheint zusammen mit Bildern von Arbeitern, die sich in der Hoffnung auf Arbeit in einem Kohlebergwerk auf den Weg machen. Für jene, die den Ort, der ihre Heimat war, diesen schönen Ort, mit eigenen Händen zerstören müssen, um überleben zu können, bleibt als einzige Hoffnung das äußerst gefährliche Kohlebergwerk. Letztlich ist der Seiltanz ein Bild der Hoffnung, die sie hegen. Der beste Lohn, das Überleben, ist zwar im Vergleich zum schlimmsten Preis, dem Tod, überaus dürftig, doch werden sie trotzdem für dieses Leben alles geben. Jia Zhangke fasst in dieser einen Einstellung des Seiltanzes die Existenz des Lebens, den Grund, leben zu müssen. Hinter Sanming und seiner Frau, die sich nach 15 Jahren wiedersehen, stürzt erneut ein Gebäude ein. Selbst wenn die Welt auf diese Weise zusammenbricht, beschließt Sanming dennoch, für seine wiedergefundene Familie ein Leben wie einen Seiltanz durchzustehen. Das ist das Leben. Mit einem Wort: „Still Life“ ist ein nachdenklicher Film.