Helma Sanders-Brahms (1940–2014) war eine prägende Figur des Neuen Deutschen Films, deren Schaffen ein bemerkenswert breites Spektrum abdeckte: vom Dokumentarfilm zum Spielfilm, vom historischen Drama zum zeitgenössischen Leben, von der Tragödie zur Komödie und von autobiografischen Frauengeschichten zum Leben und Schreiben des Dichters Heinrich von Kleist. Sie vermochte nicht nur, aus der Einzigartigkeit ihres Gegenstands ein Leben zu rekonstruieren, sondern auch häufig auf literarisches und künstlerisches Material zurückzugreifen – klassische Dramen, Romane, Gedichte, Märchen –, um ihren Filmen eine dichte Sprache und einen schriftstellerischen Gestus zu verleihen.