„Unvorhersehbares, unerwartetes Umherstreifen“ wird in der Filmgeschichte häufig mit Bildern von Befreiung, Rebellion und Freiheit in Verbindung gebracht. Das nicht definierbare Umherstreifen von Frauen verkompliziert darüber hinaus die Geschlechtermechanismen hinter dem lässigen, rebellischen Bild sowie den Blick des Publikums. Diese Sektion zeigt drei erste abendfüllende Spielfilme von Autorenfilmern aus den 1980er- und 1990er-Jahren, deren Erzählungen sich jeweils aus dem Umherstreifen von Frauen entfalten. Durch die Bewegung des Körpers durch unterschiedliche Räume und Landschaften spiegeln sie die Gestalt der eigenen Existenz wider und bringen zugleich die bestehende Ordnung umfassend durcheinander. Das Umherstreifen von Frauen ist selbst ein radikales Fragen nach innen und außen. Neben den drei restaurierten Klassikern stehen drei zeitgenössische Werke, die das Fortbestehen und den Wandel der Bedeutung menschlicher Bewegung und des Sich-nicht-im-Haus-halten-Lassens in der heutigen Gesellschaft weiter ausloten. Über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg spiegeln sie die vielfältig wechselnden Zustände des Umherstreifens wider.