Die Philippinen unter spanischer Kolonialherrschaft im Jahr 1617. Pater Enciso herrscht mit Gewalt, betreibt sexuelle Ausbeutung, tut den Volksglauben der Indigenen als unzivilisiert ab und erzwingt ihre Konversion zum Katholizismus. Er befiehlt seinem Sohn Dungwen, Marmor für den Bau einer Kirche zu transportieren, und die Gruppe muss einen beschwerlichen Weg von mehr als 50 Kilometern zurücklegen und dabei der Bedrohung durch den berüchtigten Plünderer Baribari ausweichen. Die Kirche, die Enciso errichten will, ist kein erhabenes Symbol der Erlösung, sondern ein Zeugnis der Gewalt, befleckt vom Blut und der Zwangsarbeit der Indigenen. Lav Diaz, der in seinem vorherigen Film „Magellan“ (2025) die mythischen Ursprünge des Kolonialismus erschütterte, erforscht in diesem Film die materiellen Grundlagen im Kleinen, auf denen durch Land, Arbeit und Religion die koloniale Ordnung errichtet wird. Der Originaltitel auf Tagalog, „Makikiraan Po“, bedeutet „Ich möchte vorbei“ und ist eine verzweifelte Bitte um einen Zugang zu einer versperrten Geschichte und Gemeinschaft. Indem der Film die Erinnerungen an die Gewalt und die Geister beschwört, die hinter der westlichen Ordnung verborgen sind, ist er ein Zeugnis des für den Regisseur charakteristischen heftigen Widerstands und der Reflexion, mit denen er ein Archiv ausgelöschter Geschichte wiederaufzubauen versucht.