Der neue Film von Angela Schanelec, die zuletzt stilisierte Filme vorgelegt hat, ist ein Drama. Eine Frau, der ein Unglück widerfahren ist, weinte auf einer Bank, und ihr Mann, der ihrer Geschichte zuhört, bricht auf der Straße zusammen, weil er das Gefühl hat, sein Kopf werde explodieren. Die Spielweise ist erstaunlich: Die Gesichter übertreiben die Gefühle nicht, die Körperbewegungen werden auf ein Minimum reduziert, und die Stimmen kommen nicht aus dem Inneren, sondern aus dem Körper. Wenn in Dialogszenen minutenlang Text gesprochen wird, als hielte jemand allein einen Monolog, bekommt man eine Gänsehaut. Auch durch die Dauer der Einstellungen, die Haltung beim Betrachten der Landschaft, die Verwendung des Originaltons und die minimalistischen Räume unterscheidet sich der Film von gewöhnlichen Dramen. Vielleicht ist „Meine Frau weint“ eine Hommage an den inzwischen verstorbenen Jean-Marie Straub. Weil dies ein wirklich materialistischer Film ist, lässt sich selbst ein Kran, der sich langsam in der Luft bewegt, nicht gleichgültig betrachten. Dennoch zeigt eine unerwartete Szene, in der ein Lied von Cohen erklingt, dass dieser Film nicht nur spröde ist. Ein Film der Spannung und der Ergriffenheit.